Was ist Yoga?


Was ist Yoga?

Die meisten Menschen hierzulande verknüpfen Yoga mit der Idee sich in diversen Körperpositionen, die man „Asanas“ nennt, hineinzuzwängen, um dann, irgendwann, so hofft man, ein Wohlgefühl zu erhalten, welches vielleicht sogar in Entspannung mündet. Eine recht begrenzte, wenn auch nicht ganz unwahre, Vorstellung.

In Wirklichkeit kann Yoga die Spanne vom ersten Atemzug bis zum Letzten umfassen. Es ist eine Lebenseinstellung. Yoga in seiner Ganzheit ist eine Art und Weise die Welt zu schauen und zu erfahren. Ein oft gehörtes Zitat lautet: 

„Yoga does not change the world, it transform the person who sees“. (B.K.S. Iyengar)

Was soll das nun heißen? Es heißt, zu Yoga gehört vielmehr als nur ein paar, verspitzt ausgedrückt, „Gymnastikübungen“. Yoga bedeutet im Wortlaut „Einheit, Harmonie“. Alle Yogatechniken dienen diesem hohen Ideal. Was genau meint man hier mit Einheit? Was soll sich vereinen? Nun die Antwort darauf ist zwar einfach aber deswegen nicht leichter zu verstehen. 

Nach der Definition von Yoga gibt es eine äußere Realität und eine Innere Realität. Beide sind durch unser Nervensystem erfahrbar. Yogatechniken zielen darauf ab das Nervensystem des Menschen auf diese Erfahrung vorzubereiten. Werden beide Realiäten zugleich wahrgenommen, sprechen wir von Einheit, oder eben Harmonie, dem Zustand „Yoga“.


Innere Realität?

Äußere Realität, ist klar. Aber Innere? Was’n das? Hast du dich nicht schon mal gefragt woher das Gefühl kommt einen Menschen nicht leiden zu können, obwohl du ihn erst vor ein paar Sekunden das erste Mal gesehen hast? Oder du kommst in einen Raum hinein und fühlst dich sofort wohlig wie Zuhause? Kennst du es auch wenn du dir Sorgen machst, dann treten diese viel häufiger ein, als wenn du unbedacht durchs Leben gehst? Was ist mit der Liebe? Das Kribbeln und das Gefühl Berge versetzen zu können? Vielleicht hast du aber auch schon mal an eine Person ganz stark gedacht und diese ruft dann im selben Moment an? Es gibt unzählige Beispiele. Die Innere Realität ist dass, was wir in unserem, nach außen gerichteten Leben nur selten und gar nicht wahrnehmen. Meist bleibt uns nur kurz Zeit zum Spüren, was wiederum viel Raum für potentielle Missinterpretationen lässt.

Yoga lehrt die Wahrnehmung wieder nach Innen zu führen und verspricht dem Übenden jede Menge Freude. Und da liegt die Krux. „Dem Übenden“? Ja! Das ist es, was Yoga verspricht: Wundervolle Erfahrungen, einen neuen freudvollen Weg das Leben zu beschreiten, … WENN du übst. Und da stehen wir vor dem Dilemma :-). Yoga ist Einheit, Harmonie, Liebe, Frieden, und viel viel mehr aber in erster Linie: Eigenverantwortlichkeit! Es zeigt dir den Ball und nennt dir die Regeln, aber spielen musst du selbst. Keiner ist für dein Glück verantwortlich, keiner außer du selbst.


Eigenverantwortlichkeit?

Was anfangs wie ein Hindernis aussieht und sich vielleicht auch so anfühlt, ist in Wirklichkeit ein Geschenk. Denn genauer betrachtet, brauchst du also nichts außer dich Selbst, um glücklich zu sein. Diese Idee reicht, vollends durchdrungen reicht weit in die menschliche Psyche hinein. Und selbst da kennt sich Yoga bestens aus, und das schon seit tausenden von Jahren. Viele moderne Ansätze aus der Therapie, ob nun physisch oder psychisch, haben ihre Wurzeln im Yoga oder können zumindest damit in Verbindung gebracht werden (MBSR, Autogenes Training, Verbindung Körper/Geist, Pilates, u.v.m.)

Eigenverantwortlichkeit? Puhh, wenn da mal nicht die liebe Zeit wäre! … Pustekuchen! Zeit ist lediglich eine Frage der Priorität der Sache für die man sie braucht. Fürs Zähneputzen ist immer Zeit. Fürs Essen ist immer Zeit. Trinken ebenso. Warum nicht für das eigene Glück? Warum ist das nicht wertvoll, sollte die Frage lauten. Und was ist es, was mich davon abhält, mich mit meinem eigenen Glück zu beschäftigen?

Wir können hier noch tausende Frage und Antworten aufführen. Doch ist es nun Zeit zu enden, denn Yoga ist in erster Linie eine Praxis. Es ist erfahrbar und erlebbar, und damit dann auch authentisch und verständlich. Theoretische Abhandlungen sind interessant, doch ohne tiefergehenden Wert und leicht misszuverstehen, wenn man keine eigenen Erfahrung macht.

Fazit: 
Yoga sagt, Innen ist Außen, Außen ist Innen. Das äußere Geschehen ist der Spiegel der Inneren Prozesse. Beide unterliegen derselben Gesetzmäßigkeit. Die Yoga-Praxis ist das Selbst-Erforschen, und damit das Bemühen das Leben an sich zu erfahren und zu verstehen, mit dem Herz und dem Verstand. Dazu nutzt Yoga jahrtausende alte traditionell überlieferte Techniken und ist mit modernen Ansätzen gut kombinierbar. 

Es ist ein flexibles Übungssystem, eine Lebenseinstellung, eine Philosophie. Eine Art und Weise sein Leben zu leben, und nicht zuletzt die größte Friedensarbeit, die jeder einzelne leisten kann. Denn … wie soll Frieden in der Welt sein, wenn wir ihm nicht im Herzen tragen? Wie sollen wir jemanden lieben, wenn wir uns selbst nicht lieben? Alles beginnt bei dir. Tu was! Mach Yoga! Sei glücklich! :-)